Ernährung die gesund macht!

 

Teil 2 - Fleisch

 

 

Besonders ideologisch belastet wird der Verzehr von Fleisch.
Kein Wunder, immerhin muss dafür ein Tier sein Leben lassen. Wir brauchen das Töten nicht mehr selbst durchzuführen, sondern wir lassen töten und das Stück Fleisch, das wir kaufen, weckt selten diese Assoziation in uns. Dasselbe gilt natürlich genauso für Fisch und Geflügel. Man kann allerdings diese Problematik ins Absurde (über)treiben. Auch der Kohlkopf will leben und deshalb knien ethisch besonders Sensible vor ihm nieder und bitten ihn um Verzeihung, bevor sie ihn abschneiden.

Für mich habe ich eine pragmatische Lösung gesucht. Ohne Nahrung kann kein Lebewesen leben, auch der Mensch nicht; und zwar „lebendige“ Nahrung. Essen wir „tote“ Nahrung, zum Beispiel aus Konserven (die aber auch einmal lebendig war), werden wir krank; es ist im Natursystem so vorgesehen – für das bin ich – zum Glück – nicht verantwortlich.

Kein einigermaßen sensibler Mensch kann freilich für Massentierhaltung und industrielle Schlachthöfe sein, deshalb sieht mein praktikabler Umgang bei Fleisch so aus:
Zum einen, ich esse Fleisch nur selten (und dann eher Fisch oder Geflügel) und wenn, dann vermeide ich „Produkte“ aus dem „industriellen“ Bereich. In meiner ländlichen Welt (es ist kein Zufall, dass ich nicht in einer Stadt wohne), gibt es Bauernhöfe und lokale Märkte, privat betriebene Fischteiche und Hühner, die in der Wiese picken (ob sie deshalb „glücklich“ sind, weiß ich allerdings nicht. )

Damit meine ich, mich einerseits im Rahmen der Natur zu verhalten (ich bin überzeugt, dass auch früher die Menschen nur selten Fleisch hatten); zum anderen scheint es keinen Zweifel daran zu geben, dass zu viel tierisches Eiweiß („Eiweißmast“) für die Produktion von Harnsäure im Körper verantwortlich ist, die wohl Quelle aller arthritischen und rheumatischen Beschwerden ist. Nicht zu vergessen ist allerdings, dass wir den wichtigen Vitalstoff B12 am besten über Fleisch bekommen.
Wenn ich von Fleisch spreche, denke ich an Geflügel-, Rind- oder Lammfleisch und nicht an Schweinefleisch - aber auch an Fisch; besonders fetter Fisch ist aus Gesundheitssicht ein wahres "Lebens"mittel! (ohne deshalb eine Abhandlung über Omega Fettsäuren hinzuzufügen, weil das ohnehin bekannt ist ).

Es zählt übrigens zu den großen Irrtümern in der Ernährung, dass tierisches Eiweiß „besser, wertvoller“ sei als pflanzliches. Zuerst muss man wissen, dass Eiweiß nicht gleich Eiweiß ist. Die Zusammensetzung aus Aminosäuren kann sehr stark variieren. Je nachdem hat der Körper damit leichtere oder schwere Arbeit. Beim tierischen Eiweiß hat er mächtig zu arbeiten. Unter anderen deshalb weil wir es erhitzt zu uns nehmen und dabei die Proteine denaturiert werden. Am leichtesten tut sich der Körper mit unerhitztem Pflanzeneiweiß (sprich Rohkost).
Der Eiweißgehalt mancher Pflanzen mag zwar geringer sein, als beim Fleisch, dieser Gehalt wird beim Erhitzen aber mehr als halbiert (natürlich verliert auch erhitztes Gemüse an Eiweiß).
Praktisch alle Pflanzen enthalten Proteine; in unterschiedlicher Intensität. Erbsen und Linsen haben eine relativ hohe; das ist aber noch wenig im Vergleich zu Wildkräutern und -pflanzen.
Jetzt ist die Zeit, in der man sich bei einem Spaziergang auch ernähren kann: Bärlauch, Gänseblümchen, junge Buchen-, Birken- Löwenzahn- und Haselnussblätter und viele andere mehr.