Brennessel

 

 

 

Bei den alten Germanen war die Brennnessel die Pflanze des Donar, des Herrn des Blitzes und des Donners, der den Fruchtbarkeit bringenden Regen brachte und die Äcker von allem Unheil bewahrte. Darum wird sie auch heute noch manchmal "Donnernessel" genannt. 

 

Sie wird oft als lästiges Unkraut empfunden. Dass sie eine äusserst wehrhafte Pflanze ist, weiss jeder, der sie schon einmal berührt hat.

Dass sie voller wunderbarer Kräfte steckt, wissen nur wenige. In der Heilkunde zählt die Brennessel zu den ältesten Heilkräutern der Menschheit und wird daher auch gerne als Königin der Wild- und Heilkräuter bezeichnet.

 

Und das aus vielen guten Gründen:

 

Sie entgiftet und entschlackt - und eignet sich daher perfekt für eine Frühjahrskur sowie bei Müdigkeit und Erschöpfung. Letzteres ist ja häufig die Folge eines Eisenmangels, den die Brennessel mit Leichtigkeit beheben kann. Zum Vergleich: Sie soll, je nach Wuchsort, zwei- bis viermal so viel Eisen liefern wie ein Rindersteak.

Auch Galle und Leber werden von ihr positiv beeinflußt, weshalb schon Paracelsus sie in Form von Saft bei Gelbsucht (Hepatitis) verordnete.

 

Eine Heilpflanze, die Leber und Galle pflegt, hilft natürlich auch sehr gut bei Verdauungsbeschwerden! Selbst die Bauchspeicheldrüse – so heisst es – reagiere auf die Brennnessel, was sich in einem ausgeglichenen Blutzuckerspiegel bemerkbar machen soll.

 

Sie ist entzündungshemmend und schmerzlindernd. 

 

Ihr hoher Kaliumgehalt sorgt für einen basischen und verdünnten Urin. Dadurch wird die Harnausscheidung gesteigert. Darum ist sie, zusammen mit reichlich Wasser, das Mittel der Wahl bei Harnwegsinfekten und bei einer Reizblase.

 

In der traditionellen Medizin Marokkos wird die Brennnessel bei Bluthockdruck verordet.

oben: junge Brennessel - Anfang April
 

 

Brennesselsamen sind ein hervorragendes Stärkungsmittel und haben eine solch große vitalisierende und aphrodisierende Wirkung, dass es im Mittelalter Mönchen und Nonnen verboten war, die Samen der Brennessel einzunehmen.

 

Die Samen werden auch gerne bei Haarausfall oder vermindertem Haarwuchs eingesetzt.

 

Einfach täglich einen Löffel davon über Suppen und Salate streuen. So nutzen Sie ein natürliches, ganzheitliches und äusserst kraftvolles "Nahrungsergänzungsmittel".

 

Neben Eisen enthält die Brennessel reichlich Calcium, Carotin und sehr viel Vitamin C. Da sie auch bis zu 9 Prozent Eiweiss liefert, ist sie ein Wild-Gemüse, das sich sehr gut als Grundnahrungsmittel eignet.  

In Notzeiten trug sie sehr zum Überleben der Bevölkerung bei, was ihr dann leider den Ruf eines  „Arme-Leute-Essens“ einbrachte.

 

Es empfielt sich beim Ernten Handschuhe zu tragen,  da schon bei einer leichten Berührung die Brennhaare brechen können und dabei ihre brennenden Substanzen freigeben.

Ist die Brennesssel erst einmal gegart, brennt nichts mehr.

Man kann sie unbesorgt auch roh als Salat genießen; ich überolle sie einfach ein paar mal mit einem Wellholz - und esse so die Blätter - zerkleienert - ganz ohne jedes Brennen. 

Für eine Frühjahrskur und zur Heilbehandlung empfielt sich auch eine Teezurbereitung.

Brennnesseltee lässt sich auch wunderbar als Gesichtswasser verwenden und lindern Akne, Allergien, die sich über die Haut äussern, Ekzeme und Pickel. 

 

Wer nun Lust auf Brennessel bekommen hat, findet im Internet eine Fülle an Rezepten.

Eines möchte ich hier aber schon einmal vorstellen - ganz einfach und sehr lecker.

 

 

Brennessel-Spinat

 

Zwiebel in etwas Fett andünsten

 

Die abgetropften Brennesseln zugeben (ca. 1 Handvoll für eine Person) und etwa 5 Minuten dünsten.

 

Mit Stein- oder Meersalz , frisch geriebener Muskatnuss, schwarzem Pfeffer, und - nach Geschmack - mit  etwas Knoblauch und Sahne abschmecken.

 

Guten Appetit!