Wildkräuter - zum Anbeissen gut!

 

So hieß der erste Teil einer Serie, in der ich einige hiesige Wildpflanzen vostellte - und die ich heute nun fortsetzen möchte.

 

Viel Freude beim Entdecken, Selbst-Sammeln und Genießen.

 

 

 

 

 

 

 

Die (Wiesen-)Flockenblume

 

Sie sieht der Kornblume sehr ähnlich, nur sind ihre Blüten nicht blau, sondern violett. Man findet sie auf trockenen Wiesen oder am Wegesrand;Blüten und (junge) Blätter kann man roh essen. Die Blätter sind allerdings recht bitter, da die Pflanze reichlich Gerbstoffe enhält.

 

Es findet sich kaum etwas über die Heilwirkung der Wiesen-Flockenblume in Kräuter-Büchern oder auf Internet-Seiten. Zum Glück ging trotzdem das Wissen um eine besondere Eigenschaft dieser Pflanze nicht ganz verloren: Flockenblumentee wird auch heute noch bei Durchfall eingesetzt - und das äusserst wirkungsvoll.

 

Zubereitung des Tees: 

3 Blüten-Köpfe in eine Tasse geben, mit heissem Wasser aufgießen und 10 Minuten ziehen lassen. (Man sollte nicht mehr als eine Tasse auf einmal trinken.)

 

 

 

 

 

 

 

Die Margerite

 

Ihren Ruf als Orakelblume – „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ – verdankt die Margerite ihren Blütenblättern, die sich einzeln abzupfen lassen, ohne dass gleich der gesamte Blütenkranz auseinanderfällt. Margeriten gelten auch als Symbol unentschlossener Liebe. 

Ihre Heilwirkung ist nicht ganz so stark, darum wird sie zu Heilzwecken eher selten eingesetzt. Aber natürlich besitzt sie die hohe Vitalstoffdichte, die jedem Wild-Kraut inne wohnt.

Die jungen Triebe können als schmackhaftes Gemüse gegart und verzehrt werden. Roh schmecken Triebe und Blüten- blätter sehr süß. Man kann sie Salaten beimengen, diese mit den wunderschönen, weissen Blüten garnieren oder sie direkt von der Wiese naschen.  

 

 

 

 

 

 

 

Der rote Wiesen-Klee

 

 

Seine aussergewöhnliche Konzentration und Kombination an Inhaltstoffen macht den roten Wiesenklee zu einem äusserst wertvollen Lebensmittel. Er enthält z.B. sehr viel Provitamin A, reichlich Mineralstoffe, Eiweiß und Pflanzenöstogene; diese sind sehr hilfreich bei weiblichen Wechseljahresbeschwerden.

 

Man findet ihn nahezu überall: Auf Wiesen, in Waldlichtungen und an Wegesrändern. In den Alpen soll er sogar schon auf einer Höhe von 2600 Metern gesehen worden sein. Die Pflanze blüht stetig von Juni bis in der Herbst hinein und ist mit ihren großen, roten Blüten kaum zu übersehen.

 

Zarte, junge Triebe, Blätter und Blüten kann man wunderbar roh verwenden. Vielleicht sind ja seine gesundheitsfördernden Eigenschaften der eigentliche Grund, dass das (vierblättrige) Kleeblatt als Glücksbringer gilt. {#emotions_dlg.pleasure}

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Walderdbeere

 

 

 

Von ihr sind Blüten, Blätter und natürlich die kleinen, lecker-süßen Beeren roh genießbar. Die Blüten schmecken leicht süßlich, und sind in ihrer Mitte erstaunlich fest und knackig. Von den Blättern sollte man die jüngeren nehmen - ältere sind zwar auch essbar, schmecken aber recht herb und zäh.

 

Die kleinen Beeren der Walderdbeere sind zwar um etliches kleiner als die der "Gartenerdbeere",  dafür ist ihr Geschmack sehr viel intensiver als der ihrer gezüchteten Schwestern.

 

Die Walderdbeere kann fiebersenkend wirken und gegen Magen-Darmbeschwerden und Entzündungen helfen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Borretsch

 

 

" Borretsch ist voll Zauberei.

Er macht die Venen von Schwermut frei,
er bekämpft die schwarzen Dämpfe im Herz

 und vertreibt Trübsal und Liebesschmerz. 

Er löst giftige Nebel im Hirn,

 die die Sinne betäuben und die Seele verwirr`n.

Das beste Kraut, das Gott je erschuf,

 zur Heilung der Schwermut - und so gut wie ihr Ruf." 

( von Robert Burton in seiner "Anatomy of Melancholy" ) 

 

 

 

Eine Erklärung, woher sein Name stammt, kommt aus dem keltischen. Das keltische Wort "borrach" bedeutet "Mut".

 

In der Naturheilkunde symolisiert er Fröhlichkeit. Verwendet werden die jungen Blätter (von denen man wegen der Alkaloide nicht allzu große Mengen verzehren sollte) und natürlich seine wunderschönen Blüten.

Ich esse sie gerne roh, aber man kann sie auch als Tee zubereiten. 

 

Traditionell wird er innerlich verwendet gegen Herzschwäche und Melancholie, äusserlich hilft er gegen schlecht heilende Wunden und Ekzeme. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der (Wiesen-)Storchenschnabel

 

 

 

Der Storchenschnabel enthält neben Vitalstoffen auch reichlich Gerbstoffe, die große, wie kleine Wunden schließen und die Heilung fördern können. Dieses so kleine Pflänzchen besitzt eine stark-reinigende, ziehende Kraft und hilft darum auch gut gegen Entzündungen.

 

Es heisst, er habe ausserdem die Gabe, seine Umgebung und "die Luft" zu reinigen. Man kann ihn dazu entweder verräuchern oder ihn in eine Schale mit Wasser geben. Das kann das Zimmer energetisch reinigen und eine gute Atmosphäre schaffen.

 

 

 

 

 

 

Die Ringelblume

 

Zum Schluß dieser Fortsetzung noch meine ganz persönliche Lieblingsblume; ihre orangenen Blüten leuchten wie die Sommer-Morgen-Sonne - aber sie kann noch viel mehr!

 

 

Zum Beispiel lindert sie, als Tee genossen, Menstruationsschmerzen und Magen- und Darmbeschwerden. Auch besitzt sie eine aussergewöhnlich starke Wundheilungskraft und wird deshalb oft Salben beigemischt.

 

Ich stelle mir meine Ringelblumensalbe selbst her. Es ist sehr einfach:

Von den (am besten am frühen Morgen) frisch gepflückten Blüten die Blütenblätter abzupfen. Grober Anhaltspunkt: 50 g Blütenblätter auf etwa 250 ml hochwertiges Öl nehmen. Olivenöl bietet sich an. Aber auch Kokosöl (liefert einen angenehmen Duft und bietet im Sommer sogar einen leichten, völlig natürlichen Sonnenschutz).     

 

Öl und Blütenblätter behutsam leicht erhitzen und möglich lange leicht "sieden". Lieber weniger Temperatur verwenden und lange. Meine Creme gestern blieb 3 Stunden auf dem Herd. Wichtig ist, dass das Ganze nicht zu heiss wird.

Für einen guten Duft können z.B. einige duftende Rosenblätter, Lavendelblüten mit ins Öl.

 

Danach das Öl-Blütengemisch durch einen mit einem Baumwolltuch ausgelegten Sieb in einen Topf absieben. 20 Gramm Bienenwachs unterrühren. Wer mag kann dem Ganzen nun nahc dem Erhitzen etwas pflegendes Mandel-, Argan- oder auch anders Öl ganz nach Geschmack zufügen. 

Sobald alles Wachs geschmolzen ist, wird die Creme in Glastiegelchen abgefüllt - und fertig ist eine wunderbare Heilsalbe und Hautpflege, die auch im Winter Sommergefühle weckt.

 

Die Tochter einer Freundin nennt sie "Zaubersalbe". Das trifft es prima, finde ich.