Wild-Kräuter (nicht nur) im Frühling - zum Anbeissen gut!

 

Fortsetzung - Teil III

 

 

 

Die Vogel-Wicke

 

 

Die Vogel-Wicke blüht ab Ende Mai bis weit in den August hinein auf Wiesen, Äckern, an Wegrändern und in lichten Wäldern. Sie ist zwar keine Selten- aber doch eine Schönheit.

Für Bienen hält sie ein reichhaltiges Angebot an Nektar und Pollen bereit, für uns Menschen eine Vielzahl an Vitalstoffen.

 

Essbar ist die komplette Pflanze; sowohl Stengel, Blätter als auch ihre Blüten. Die Vogel-Wicke ist sehr gut als wohlschemeckende Beigabe für Rohkostsalate geeinget; ihr Geschmack erinnert an Erbsen. Was im Grunde genommen nicht sehr verwunderlich ist; schließlich ist die Wicke der Familie der Hülsenfrüchtler zugeordnet.

 

Spezielle Heilwirkung wird ihr bei sogenannten "Frauenleiden" zugesprochen und früher wurde der Tee aus der Vogel-Wicke gerne bei Brustbeschwerden nach einer Geburt und zur Unterstützung der Milchbildung eingesetzt.

 

 

 

 

 

kriechender Günsel

 

 

Überall dort, wo sich die Vogel-Wicke wohl fühlt, gedeiht auch der hübsche, blaublütige "kriechende Günsel" prächtig.

Meist findet man gleich ganze Gruppen, was daran liegt, dass er sich - ähnlich der Erdbeere - über viele Ausläufer, die über den Boden "kriechen", vermehrt. 

 

Sein etwas streng-herber, manchmal bitterer Geschmack erinnert an Chicorée und es empfiehlt sich, ihn dem Salat eher sparsam und als Gewürz-Pflanze beizugeben. Für mich ist allerdings das Naschen direkt von der Wiese die schönste Art, Wildpflanzen und deren Blüten zu verspeisen.

 

Eine besondere Heilwirkung des kriechenden Günsels ist seine entzündugshemmende und antibakterielle sowie antivirale Wirkung. Als Tee zubereitet hilft er zum Beispiel ausserordentlich gut bei bei Angina (einer eitrigen Mandelentzündung).

 

Wie bei allen stark wirkenden Heilkräutern sollte man nach 6 Wochen Daueranwendung des Tees eine Pause einlegen. So tritt keine Gewöhnung ein, die die Wirkung abschwächt und eventuell unerwünschte Langzeit-Wirkungen werden vermieden.   

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Löwenzahn

 

 

 

 

Wohl jeder kennt ihn; für die meisten Rasen- und Gartenbesitzer ist er ein großes Ärgernis, Kinder haben Spaß an seinen "Pusteblumen" und seine gelben Blüten leuchten auf so ziemlich jeder Wiese weithin sichtbar.

 

Was nicht jeder weiss, ist, dass er eine ganz hervorragende "Küchen"- und Heilpflanze ist, die über eine große Vielfalt an äussert wertvollen Inhaltsstoffen verfügt. 

Aus ihm kann man Pesto, Honig und noch vieles mehr machen. Seine Blätter ergeben eine tolle und sehr gesunde Basis für Rohkostsalate - hierfür nimmt man die jungen, zarten, denn ältere Blätter sind zwar ebenso genießbar, aber oft bitter und zäh.

Die Blüten sehen nicht nur hübsch aus, sondern schmecken auch sehr gut und haben viel Süße. 

 

Der Löwenzahn wird auch als Heilpflanze genutzt; er verfügt über blutreinigende Kraft und bietet sich daher wunderbar für eine entschlackende Frühjahrskur an.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Der Weißdorn

 

 

 

Der Weißdorn - auch Hagedorn genannt - steht in Mythen, Märchen und Sagen für Schutz vor Eindringlingen, Zauber, Hexen und Krankheiten.

Eine dieser Legenden erzählt von Merlin, dem keltische Druiden, der träumend bis ans Ende der Zeit unter einen Weißdornbusch ruhen soll, weil ihm die schöne Fee Viviane zuerst all sein Wissen über Zauberkünste entlockte um ihn anschließend mit seinen eigenen Zaubersprüchen dort zu bannen.

 

Auch die Nordgermanen schrieben dem Weißdorn einen Schlafzauber zu. Sie nannten diesen Zustand „Schlafdornstechen“. So soll auch der altgermanische Göttervater Odin von diesem Zauber Gebrauch gemacht haben, indem er seine Walküre Brunhilde mit einem Weißdornstachel stach, um sie in tiefen Schlaf zu versenken.

 

Auch Dornröschens Dornenhecke könnte aus Weißdorn bestanden haben und die Spindel, deren Stich das Königskind in einen hundertjährigen Zauberschlaf versenken konnte, war möglicherweise aus dem harten Holz des Hagedorns gedrechselt. Es ist bekannt, dass sich diese harte Holz hervorragend zur Herstellung von Werkzeugstielen, Rechenzähnen, Spazierstöcken und eben auch Spindeln eignet.

 

Fern von Märchen kann man den Weissdorn praktisch über das ganze Jahr auch einfach roh genießen. Seine Blüten im Frühjahr, junge Blätter ab April bis etwa Ende August und ab September bis in eden Winter hinein auch schon die rot-leuchtenden Beeren.

 

Seine sehr milde Wirkung zur Stärkung des Herzens macht ihn zu einer ganz besonderen Heilpflanze, denn er wirkt meßbar, aber praktisch frei von Nebenwirkungen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wegerich

 

 

 

Der Wegerich galt bei Heilern als Mutter aller Heilpflanzen und alsAllheilmittel.

Seine Heilwirkung gilt im Wesentlichen für alle Wegericharten.

Die hier bei uns in der Gegend am häufigsten und bekanntesten Wegerich-Arten sind der Breit- und der Spitzwegerich.

 

 

Den Mythen nach ist es der Pflanzengeist des Wegerich, der den Pilgern auf ihrem Weg ins irdische Leben und zurück hilft, der gegen die Widrigkeiten des Reisens schützend und heilend behilflich ist.

Die Silbe - "rich" in seinem Namen bedeutet Herr, Herrscher oder König - König über den Weg, auf dem er wächst.

 

 

 

der Breitwegerich

 

 

 

Seit der Antike wird der Breitwegerich als Wundkraut und Mittel gegen Blutungen eingesetzt. Alte Kräuterbücher empfehlen ihn bei Zahnschmerzen.

 

Will man sein Blätter roh essen, nimmt man am Besten die noch ganz jungen, zarten; bei älternen Blättern kann man die zähen Blattadern entfernen, dann sind auch diese noch gut genießbar.

Sehr wohlschmeckend sind seine knackigen Blütenknopsen!

 

 

 

 

der Spitzwegerich

 

Wer hat sich nicht schon beim Wandern in freier Natur eine blutstillende, keimhemmende, abschwellende, entzündungs-, schmerz- und juckreizlindernde "Erste Hilfe" bei Insektenstichen oder kleinen Verletzungen gewünscht; Weil man sich vielleicht in den neuen Schuhen eine Blase lief oder einem Insekt zu nahe kam.

 

Es gibt sie, diese erste Hilfe: den (Spitz-)Wegerich! 

Man nimmt einfach eine Handvoll frische, saubere Spitzwegerichblätter, zerreibt diese und streicht den "Pflanzen-Brei" mitsamt dem grünen Saft auf die Wunde. Da "brennt" nichts, eventuelle Blutungen werden gestillt und die Wunde zieht sich innerhalb kürzester Zeit zusammen.

Juckreiz und Schmerz bei Insektenstichen und Brennnesselquaddeln lassen sofort spürbar nach.

 

Somit steht ungetrübten Wanderfreuden nichts mehr im Weg.