Petra  Müller

Ich war eine Frau Mitte 40, als ich beschloss mein Leben zu ändern. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass das notwendig sei; und Gefühle sind elementar für mich. Ich experimentierte und dabei entdeckte ich das Fotografieren. Es steckt nämlich voller Gefühle. Ich fotografierte alles, was mir über den Weg lief. Häufig war ich das selbst. So begann es.

Fotografieren  mit  Gefühl

Später waren dann keine Eidechse und kein Eichhörnchen vor mir sicher. An Blumen konnte ich mich nicht satt fotografieren. Wenn ich ein Motiv entdeckte, die Sonne auf der Haut spürte und den Wind, der mir durch die Haare strich, dann schlüpfte ich in meine eigene Welt und gönnte der anderen eine Pause. Noch ein wenig später ging ich daran, Menschen zu fotografieren. Das tut doch jede(r), sagen Sie vielleicht. Aber ich meine keine Alltags-, keine Urlaubsfotos und keine Gruppen-Selfies. Beim Fotografieren von Menschen fasziniert mich das Bündel an Gefühlen und Emotionen, die zwischen meinen Models und mir entstehen. Gemeinsam suchen wir nach den Schokoladenseiten; man vertraut sich, man lacht und in einer solch lebendigen Atmosphäre entstehen die besten Bilder. Ich fotografiere also mit sehr viel Gefühl und hoffe, man kann es an den Beispielen erkennen. Ich spürte jedenfalls schon bald, dass ich viel lieber lebendige Subjekte als tote Objekte fotografiere. Selbst die geschichtsträchtigsten Gemäuer bestehen nur aus grauen Steinen; erwärmen für sie kann ich mich nur, wenn wenigstens ein paar bunte Blüten für farbige Tupfer sorgen.

 

Meine Homepage ist im Lauf der Jahre organisch gewachsen. Anfangs hatte ich mich mit meiner Heimatstadt Neckarsulm beschäftigt, bald danach natürlich auch mit der Umgebung. Wichtig war mir auch, mich mit Aspekten der Gesundheit auseinander zu setzen, die sich nicht auf die klassische Schulmedizin beschränkten (das hatte sehr persönliche Gründe). Mehr werde ich mich in nächster Zeit mit Frauenthemen auseinandersetzen, die weniger mit klassischen feministischen Standpunkten, sondern mit den tatsächlichen Problemen von Frauen zu tun haben. Da ich an der VHS in Neckarsulm Kurse zum Fotografieren und zum Einrichten von Homepages speziell für Frauen halte, finden Sie Informationen auch dazu.

Wir gehen am Meer im tiefen Sand

 

Wir gehen am Meer im tiefen Sand,
Die Schritte schwer und Hand in Hand.
Das Meer geht ungeheuer mit,
Wir werden kleiner mit jedem Schritt.
Wir werden endlich winzig klein
Und treten in eine Muschel ein.
Hier wollen wir tief wie Perlen ruhn,
Und werden stets schöner, wie die Perlen tun.

Max Dauthendey (1867 – 1918)

 
 
 
 

Am Meerufer

Und Welle kommt und Welle flieht,
Und der Wind stürzt sein Lied,
Schaumwasser spielt an deine Schuhe
Knie nieder, Wandrer, ruhe.

Es wälzt das Meer zur Sonne hin,
Und aller Himmel blüht darin.
Mit welcher Welle willst du treiben?
Es wird nicht immer Mittag bleiben.

Es braust ein Meer zur Ewigkeit,
In Glanz und Macht und Schweigezeit,
Und niemand weiß wie weit –
Und einmal kommst du dort zur Ruh,
Lebenswandrer, Du.

Gerrit Engelke (1890 – 1918)