Die Sache mit dem Licht ...
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Da zu fotografieren bedeutet, mit Licht zu malen, liegt nichts näher, als sich mit dem Licht gründlich zu beschäftigen.

Gleich vorweg: Das Spiel mit dem Licht setzt nicht zwingend ein Wissen um Kameratechnik voraus. Natürlich wird unser Spielen umso virtuoser, je mehr wir die Hintergründe verstehen. Dennoch: Auch in der Vollautomatik und indem wir einfach "den Auslöser drücken" sind stimmungs- und gefühlvolle Fotos gut machbar. Ebensowenig braucht es unbedingt eine nachträgliche Bildbearbeitung. (Ich will euch aber nichts vormachen: Sobald ein gewisses Spiele-Level erreicht ist, kommt man um die Bildbearbeitung nicht mehr herum. Es ist damit einfach noch unglaublich viel aus einem Bild herauszuholen. Vor allem auch bei stimmungsvoller Fotografie die eher subtilen Facetten. Die Kameratechnik zu lernen ist irgendwann auch dran - und gar nicht so kompliziert wie es den Anschein haben mag.)

 

Wenn ich schreibe, "einfach den Auslöser drücken", meine ich damit nicht "knipsen"(hier beschreibe ich den Unterschied Schnappschuss-oder-Fotografie?). Denn Hinspüren, bewusstes Wahrnehmen und eine gewisse Bildplanung sind durchaus gefragt.

 

Das "Geheimnis" stimmungsvoller Bilder liegt ganz oft einfach darin, zur richtigen Zeit am rechten Ort zu sein. Die Natur sorgt für den Rest. Je nach Tageszeit ist das Licht sehr anders - aber nicht nur das Licht! Wer morgens schon einmal ganz früh draußen unterwegs war, wenn die Vögel zu singen beginnen, wenn der Tag erwacht, der spürt selbst hautnah diese besondere Morgenstimmung.

Dazu kommt, dass zu dieser Zeit recht wenig Menschen unterwegs sind. Die Welt gehört noch ganz und gar den Tieren. Bei wem es morgens nicht geht (aufgrund frühmorgendlicher Unlust zum Beispiel laughing), kann auch auf den Abend ausweichen.

 

Ich war heute früh am Neckar um hierfür ein paar Beispielfotos zu machen. Dabei will ich auch zeigen, dass es wirklich keinerlei Technik-Kenntnisse bedarf. Also fotografierte ich im Automatik-Modus (habe wirklich nur ausgelöst laughing). Zudem sind alle Bilder "out of cam" wie man so schön sagt. Was bedeutet: keine nachträgliche Bildbearbeitung, sondern die Fotos direkt als jpg aus der Kamera hier in den Beitrag. Einzig verkleinert habe ich sie, um sie hier ins Internet zu stellen.

 

Das erste Foto ist eine Gegenlichtaufnahme - wie unschwer zu erkennen ist. Durch dieses Licht von vorne (auch bei seitlich ins Objektiv einfallendem Licht) entstehen oftmals diese bunten "Lichtflecken", lens flares genannt. Einige Fotografen empfinden diese als störend oder gar als Bildfehler, andere wiederum arbeiten extra nachträglich bei der Bildbearbeitung welche ins Foto hinein laughing - es ist also völlige Geschmackssache, ob ihr sie drinnen haben wollt oder nicht. Ich persönlich mag sie gerne und finde, sie unterstützen diese besondere Gegenlichtstimmung. Wer sie nicht mag, benutzt am besten eine Gegenlichtblende, die vorne am Objektiv aufgesetzt wird. Diese verhindert seitliches Streulicht. Bei Licht direkt von vorne nützt sie natürlich nichts. :-)

 

 

 

Keine 5 Minuten später entstanden diese Fotos - diesesmal allerdings fotografierte ich in die andere Richtung - das Licht kam also von schräg hinter mir. Ebenfalls sehr stimmungsvolle Aufnahmen, dennoch sehr anders in der Wirkung als das vorherige Foto.

 

 

 

 

 

Wenn das Licht nicht direkt von oben kommt, sondern die Sonne seitlich und (noch) tief steht, sind die Schatten intensiver und länger. Das ist ein Teil dessen, was diese Stimmung zaubert (ein anderer ist die Lichtfarbe). Gerade aber durch diese langen und dichten Schatten gibt es beim Fotografieren ein paar Dinge zu beachten, bevor wir begeistert losfotografieren.

 

Dazu ein kleiner Abstecher hin zu der Art wie wir wahrnehmen. Betrachten wir ein Foto, "suchen" unsere Augen unwillkürlich und automatisch das Bild blitzschnell ab. Und wo bleibt unser Blick hängen, beziehungsweise worauf fällt unser Blick als erstes? Dorthin, wo das Bild 1. scharf ist und 2. nach dort, wo es hell ist. Unser Blick wird also hin zum Licht gezogen. Das sollte beim Fotografieren unbedingt beachtet werden.

Es gilt also erstmal zu klären, was eigentlich das Hauptmotiv sein soll. laughing Worauf soll der Betrachter schauen? Anschließend schauen, dass der Autofocus auch wirklich unser Motiv scharf stellt und nicht irgendetwas davor oder dahinter. Und eben - ganz wichtig - darauf achten, dass das Motiv im Licht steht, liegt, flattert oder schwimmt.

 

 

 

 

 

 

Bei den Schwänen hier wird das sehr deutlich sichtbar:

Obwohl sie im schattigen Teil des Bildes schwimmen, sind sie gut sichtbar und werden nicht übersehen. Sie halten sich in einer kleinen Lichtinsel auf, wo sie vom Licht angestrahlt werden.

 

Sind Tiere die Protagonisten, dauert es manchmal - eher meistens - eine Weile, bis die Models das Spiel mitspielen und sich dorthin bewegen, wo man sie haben will. Geduld gehört also zu den Regeln des Spiels und mehr als einmal wartet man umsonst.

 

 

 

 

 

Zum Abschluß noch ein Foto, das etwa 1 Stunde später entstand. So lange saß ich einfach am Ufer, schaute und genoß alles um mich herum.

 

Wie gesagt, nur etwa eine Stunde später, und schon ist das Licht sehr anders, steht die Sonne etliches höher, sodass die Stimmung des Bildes sichtbar eine andere ist.

 

 

 

 

 

 

Zum Thema "Licht in der Fotografie" gibt es noch so sehr viel zu sagen. Was ich auch sehr gerne tun werde. Für heute aber lasse ich es dabei bewenden und wünsche allen "gut Licht".

 

 

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