Schwarzweiß – Fotografie

 

Schwarz-Weiß-Fotografie - das ist mehr als einer Aufnahme die Farben zu entziehen. Es gibt viele Fotos, die in Farbe beeindrucken, umgewandelt in schwarz-weiß aber jeglichen Reiz verlieren. Nicht jedes Motiv taugt für eine sw-Aufnahme.

 

Grundsätzlich ist es so: Was für die Farbfotografie gilt, ist ebenso gültig für die sw-Fotografie. Nicht einfach drauflos-knipsen. laughing

Also vor dem Fotografieren Gegend, Motiv und die spezielle Situation in sich aufzunehmen. Umhergehen, sich Zeit nehmen, mal hierhin setzen, mal dahin, sich das Motiv ansehen. Mal aus Abstand heraus, mal näher ran gehen - und die Szenerie aus unterschiedlichesten Blickwinkeln bewusst betrachten. Dies ist auch dann wichtig, wenn man schon viele Male an diesem Ort war und alles gut zu kennen meint. Denn auch wenn der Ort derselbe sein mag - die Situation ist niemals dieselbe! (Interessant hierzu auch der Artikel: Schnappschuß oder Fotografie?)

 

Will man schwarzweiß fotografieren, gilt es zudem, eine andere Sichtweise zu erlernen. Da die Farbe als Gestaltungselement fehlt, bekommen Formen und Strukturen größere Bedeutung.

Der Schwerpunkt eines SW-Fotos liegt auf Licht und Schatten, auf Kontrasten, Linien, Formen und Strukturen. Die Essenz einer Situation wird klarer, da der Betrachter nicht von Farben abgelenkt ist.

 

 

 

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Beim sw-fotografieren besteht die Herausforderung unter anderem auch darin, Kontrast- und Helligkeitsnuancen in den unterschiedlichen Grautönen vorab einzuschätzen, ohne sie vorher sehen zu können, da wir die Situation ja immer in Farbe sehen.

 

Wichtig bei der Schwarz-Weiß-Fotografie ist also, schwarz-weiß „sehen“ zu lernen. Das geschieht, indem man übt, den Focus auf die oben bereits beschriebenen Punkte zu richten:

 

Licht und Schatten
Kontraste
Linien
Formen und Strukturen

 

 

 

 

Wie findet sich ein gutes „Schwarz-Weiß-Motiv“?

 

1. Motive mit Strukturen suchen.

 

Gut geeignet sind Landschaften, Skylines und Brücken, dramatische Himmel, ebenso können das Detail-oder Makrofotos sein.

 

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Super zur Geltung kommen dabei natürlich speziell Portraitfotos.

 

 

 

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2. Klarheit schaffen

 

In der Schwarzweiß-Fotografie gibt es eine Regel, die ich als „goldene Regel“ sehe: Weniger ist mehr.
Wenige Bildelemente, ein markantes und klar erkennbares Hauptmotiv sind wichtig.
Für die Bildkomposition sind klare Strukturen wichtig.

 

 

 

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3. Starke Kontraste

 

Ideal ist es, wenn schon das Motiv deutliche Helligkeits-Unterschiede zeigt.

Da Schwarz-Weiß-Fotos lediglich aus monochromen Tonwerten bestehen, ist eine gute Belichtung noch wichtiger als bei der Farbfotografie.
Stark über- oder unterbelichtete Stellen haben ja bekanntlich keinerlei Struktur mehr. Das ist natürlich besonders bei einer Aufnahme, die von Struktur lebt, alles andere als gut.

 

Manchmal kann ein solch "fehlbelichtetes" Motiv gut - auch in Schwarzweiß -  wirken. Andererseits ist es natürlich fatal bei einem Motiv, bie welchem feine Graustufen und -Nuancen das Bild ausmachen.

 

 

 

Hier ein Beispiel, bei dem Details der einzelnen Graustufen wichtig sind:

 

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Dieses Foto wirkt durch starke Kontraste:

 

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4. Fotografiert in Farbe ...

 

... und wandelt das Bild erst in der Nachbearbeitung in schwarzweiß um.

Der Vorteil hier ist, dass bei der Nachbearbeitung die einzelnen Farbkanäle zur Verfügung stehen.  

 

Wer gerade erst mit der Schwarzweiß-Fotografie beginnt, für den kann es hilfreich sein, an der Kamera den Bildstil "monochrom" oder "schwarzweiß" einzustellen. So kann man schon direkt bei der Aufnahme auf dem Display schauen, wie das Foto in schwarzweiß wirken wird. Das kann den Einstieg erleichtern.

Um dabei dennoch nicht auf den oben genannten Vorteil verzichten zu müssen, und um tolle Bildergebnisse zu bekommen, empfehle ich hier, die Aufnahme im RAW- und JPG-Format zu machen. Denn die RAW-Datei enthält alle Bilddaten, eben auch noch die Farben, die bei der JPG-Aufnahme im Bildstil "monochrom" eben nicht mehr drinnen sind.

 

 

Welche Möglichkeiten der Schwarz-Weiß-Umwandlung am Rechner gibt es?


Zum einem gibt es in nahezu jedem Bildbearbeitungsprogramm die Option "Graustufen" - auch "in Graustufen umwandeln" genannt. Hierfür stehen oftmals mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. Alles in allem ist diese Option allerdings auch nicht viel besser als die Umwandlung direkt in der Kamera. Insofern ist also mit dieser Option nicht viel gewonnen.

 

Zu einem deutlich besseren Ergebnis kommt man, indem man den Kanalmixer benutzt.

Hier gilt es in der Regel die Option monochrom (oder ähnlich benannt) zu aktivieren. Nun können die einzelnen Farbkanäle in ihrer jeweiligen Gewichtung verändert werden – was die Wirkung des Fotos sehr verändert! Vor allem lassen sich auf diese Weise Fotos erreichen, die in ihrer Wirkung den Farbfiltern aus der analogen Fotografie nahe kommen.

 

Es gibt auch einige Bildbearbeitungsprogramme, die die verschiedenen Farbfilter simulieren, sodass man in der Bearbeitung intuitiv die passende Filterung anwenden kann ohne die Farbkanäle zu verwenden.

Die Arbeit mit Farbkanälen erfordert etwas Übung und man muss gerade am Anfang recht viel experimentieren, um zu guten Ergebnissen zu gelangen.
Der etwas höhere Arbeits- und Lernaufwand lohnt sich aber auf jeden Fall, weshalb ich diese Technik allen ans Herz lege, die sich intensiver mit der SW-Fotografie beschäftigen und wert auf wirklich gute und spannende Schwarz-Weiß-Fotos legen.

 

 

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