Die Verschlusszeit - Teil 1
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Was versteht man unter "Verschlusszeit"?

 

Die Verschlusszeit wird auch Belichtungszeit genannt. Beide Begriffe sagen klar, worum es hier geht: Die Verschlusszeit bestimmt, wie lange der Verschluss geöffnet bleibt, während man ein Foto macht.

 

Der Kameraverschluss besteht aus zwei Verschlussvorhängen. Beim Drücken auf den Auslöser öffnet sich der erste Vorhang - und lässt somit Licht auf den Sensor der Kamera fallen. Daraufhin schließt sich der zweite Vorhang, um das Licht wieder abzuschotten. Wird nun eine relativ kurze Verschlusszeit benutzt, beginnt sich der zweite Vorhang schon zu schließen, noch bevor der erste Vorhang völlig geöffnet ist.

Zwei Vorhänge braucht es also darum, weil so die Zeit der Belichtung sehr viel besser dosiert werden und auch extrem kurz sein kann. Ein einzelner Vorhang könnte sich nicht so schnell öffnen und schließen.

 

 

 

Ähnliches Foto(Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Datei:SchlitzVerschluss_Ani.gif#filelinks)

 

 

 

 

 

Die Zeit, die der Verschluss geöffnet ist und Licht auf den Sensor fällt, wird also Verschlusszeit genannt.

 

 

 

Grundlagenwissen: Sensoren von Kameras - Techniktest-Online

 

 

 

 

Diese ist meist relativ kurz - in der Regel sind es nur Bruchteile einer Sekunde. Auf der Skala der Kamera wird allerdings nicht die Bruchzahl angezeigt, sondern die Verschlusszeit wird als ganze Zahl angezeigt. Bei einem Foto, das mit einer Verschlusszeit von 250 - laut Skala - aufgenommen wird, gelangt nur für 1/250 Sekunde Licht auf den Sensor.

 

 

 

skala-verschlusszeit
(Typische Skala für die Verschlusszeit)

 

 

 

Öffnen sich die Verschlussvorhänge für 1/2000 Sekunde, fällt also das Licht wesentlich kürzere Zeit auf den Sensor, als bei einer Verschlusszeit von 1/4 Sekunde.

Natürlich ist es auch möglich, länger als eine Sekunde zu belichten. In diesem Fall zeigt die Kamera hinter der Zahl Anführungszeichen an. Stellt man also die Verschlusszeit auf 2 Sekunden, zeigt die Kamera dies als 2″ an.

 

 

 

Was macht die Verschlusszeit?

 

Zum einen ist die Verschlusszeit  – gemeinsam mit der Blende (Siehe hier: Die-Blende - Teil-1 - Grundlagen) – für die Belichtung des Fotos zuständig. Das von der Blende durchgelassene Licht fällt auf den geschlossenen Verschlussvorhang. Durch das Drücken des Auslösers öffnet sich dieser - und je nachdem wie lange die Vorhänge geöffnet sind, fällt unterschiedlich viel Licht auf den Sensor dahinter. 


Zum anderen können wir die Verschlusszeit gestalterisch einsetzen. Mit ihr bestimmen wir, ob wir sich bewegende Motive gestochen scharf und wie „eingefroren“, oder fließend weich abbilden möchten.

 

Mit dem Spiel mit der Veschlusszeit gelingen also Bilder, die z.B. Wassertropfen glasklar mitten in der Luft "stehend" zeigen; oder Fotos, auf denen "Bewegungsunschärfe" zu sehen ist. Z.B. weich fließendes Wasser, oder Lichtstreifen der Autolichter, die auf Nachtaufnahmen oft zus sehen sind.

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Was bedeutet "Bewegungsunschärfe" und wie wirken sich unterschiedliche Verschlusszeiten konkret aus? 

 

1. Eine kurze Verschlusszeit friert das Motiv ein


Da der Verschluss nur für wenige Millisekunden geöffnet ist, kann die Kamera jedes noch so kleine Detail genau dieses winzig-kurzen Momentes einfangen.  Sich schnell bewegende Motive kann man auf diese Weise gestochen scharf zeigen. Z. B. fliegende Wassertropfen oder ein Vogel im Flug.

 

 

 

 

img-3354-1

 

                                                        Verschlusszeit 1/1250

 

 

 

Dies wird z.B. in der Sportfotografie verwendet. So kann ein Sportler auch im vollen Sprint noch scharf dargestellt werden. Hierfür wird dann eine sehr kurze Verschlusszeit benutzt, z.B. 1/4000 Sekunde.

 

Sehr gut lässt sich der Effekt einer kurzen Verschlusszeit – das „Einfrieren“ – auch beim Fotografieren von Wasser zeigen.

 

 

 

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                                                             Verschlusszeit 1/4000

 


 

 

 

                                                                                                 

 

2. Eine lange Verschlusszeit bringt bei einem bewegten Motiv eine gewisse Bewegungsunschärfe ins Bild.


Da der Verschluss relativ lange geöffnet ist, werden alle sich bewegenden Objekte auf dem Foto unscharf dargestellt. Wasser sieht dann weich und fließend aus, einzelne Wassertropfen sind nicht zu erkennen. Das liegt daran, dass die Bewegung der Tropfen, des Wasser, durch die längere Öffnung des Verschlusses eben auch länger mit „aufgenommen“ wird. Die Wassertropfen legen in z. B. 2 Sekunden einen gewissen Weg zurück, den die Kamera mit aufnimmt – und den das Bild dann auch „zeigt“.

 

Wann benutzt man das in der Fotografie?

Eine lange Verschlusszeit wird gerne in der Landschaftsfotografie benutzt; z.B. um eben Wasser weich aussehen zu lassen.

 

 

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                                                          Verschlusszeit 1/25

 

 

 

 

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                                                                    Verschlusszeit 1/4

 

 

 

 

 img-1574-k

 

 

Die Wirkung ist immer auch davon abhängig, wie schnell sich das Motiv - hier in dem Fall das Wasser - bewegt.

 

Schreibt gerne unten im Kommentarfeld eure Erfahrungen und Fragen hierzu.

 

 

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