Eine Szenerie - unterschiedliche Perspektiven / Teil 2
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Hallo Zusammen, heute wie versprochen Teil 2. 

Der Reiher steht nun am Neckarufer.

Ich steige ohne Umschweife direkt ein mit Foto Nummer 1:

 

 

 

Auf den ersten Blick scheint alles zu passen: Der Reiher hebt sich schön vom Hintergrund ab, da er im Wasser steht, die Steine des Ufers ziehen sich am Bildrand entlang - hinein ins Foto. Auch ist die Spiegelung des Reiher im Wasser gut zu sehen. 

 

Doch "alles" passt eben nicht - das Licht, die Sonne fehlt! Im Hintergrund sieht man die schön beleuchteten Steine - leider ist beim Reiher im Wasser noch kein Sonnenlicht angekommen. 

 

 

 

Bild Nummer 2:

Ein paar Minuten später. Inzwischen hatte sich der Reiher ans Ufer bewegt und stand schön von der Sonne beleuchtet da.

 

Das ist nun gut - allerdings ist hier der Hintergrund sehr unruhig und der Reiher hebt sich nur wenig davon ab.

 

 

 

 

 

Wieder ein, zwei Minuten später entstand Bild Nummer 3.

Hier passte endlich alles:

Der Reiher steht im Sonnenlicht, er hebt sich gut vom Hintergrund ab und auch seine Spiegelung im Wasser ist klar, komplett und schön beleuchtet. 

 

Dieses Foto ist von den Dreien deutlich das beste.

 

 

 

 

 

Weiter gehts zu Bild Nummer 4:

 

Wegen der eher ungewöhnlichen Pose ist das sicher ein recht nettes Foto - mehr aber auch nicht.

Der Reiher schaut in die andere Richtung, von der Sonne abgewandt - nur sein Hinterteil ist schön angeleuchtet. :-))

 

Zudem ist er nicht freigestellt - die Ufer-Steine im Hintergrund sind sehr unruhig und lassen ihn als Motiv kaum hervortreten. Zudem verschmilzt er farblich mit dem Hintergrund - und als Spiegelung ist er nur zum Teil zu sehen.

 

Alles in allem also ein nicht so gelungenes Foto.

 

 

 

 

 

 

Bild Nummer 5:

 

Ich veränderte wieder meinen Standpunkt - der Reiher ebenso. Er stand nun am Ufer, hinter sich Gräser und Blumen. Obwohl der Hintergrund unruhig ist, hebt er sich aufgrund der Farbkontraste doch gut davon ab.

 

Auch Licht hat er nun von vorne und im Gesicht - anstatt auf dem Hinterteil. :-) 

 

Dennoch bin ich mit diesem Foto nicht so recht zufrieden. Es ist mir zu unruhig, der Reiher nicht dominant genug im Bild und zudem hat das Foto keinerlei Tiefenwirkung. (Es fehlen die Linien, die ins Bild hinein führen - hier im ersten Teil habe ich ausführlicher dazu geschrieben).

 

 

 

 

 

 

Also ging ich einige Meter weiter nach rechts den Weg entlang - näher an den Reiher.

 

Bild Nummer 6 zeigt, was für eine große Auswirkung der Wechsel des Standpunktes hat.

Der Reiher hatte sich nicht bewegt!

 

Die Gräser vorne bilden einen schönen Rahmen und einen guten Vordergrund, was dem Foto Tiefe verleiht. Der Hintergrund - das Wasser - ist sehr schön und ruhig,  da kommt der Reiher prima zur Geltung.

 

Sonnenlicht rückt das Motiv zusätzlich schön in Szene - der Reiher bekommt Licht von vorn.

 

Gut gelungen also - schade nur, dass sein Gesicht der Sonne abgwandt ist.

Zwar ist alles gut ausgeleuchtet, aber Gesicht und Auge liegen auf der Schattenseite. 

 

 

 

 

Was für einen Unterschied das ausmacht, wenn Licht direkt aufs Gesicht fällt, das sieht man ausgezeichnet beim nächsten - und letzten Foto für heute.

 

Der Reiher wendet sein Gesicht voll der Sonne zu. Das bringt seine Augen - hier sehen wir ja nur eines davon - zum leuchten.

 

Bei Tierportraits ist es kein bisschen anders als bei Portraits von Menschen: Wenn Licht ins Auge fällt, diese zu leuchten beginnen, wirken sie lebendig und ziehen alle Blicke noch mehr auf sich.

Sowieso geht unser Blick beim Betrachten eines Portraits immer zuerst zu den Augen - umso mehr, wenn diese strahlen. 

 

Hier sieht man im Grunde nur den Kopf des Reihers - der Rest wird vom Gras verdeckt. Auch wenn das Gras im Vordergrund viel Raum einnimmt, kommt der Reiher als Motiv richtig gut zur Geltung.

 

Das Portrait ist also gut gelungen.  

Zum einen weil er so schön vom Morgenlicht in Szene gesetzt wird und auch, weil der Hintergrund sehr ruhig ist und er sich dadurch gut abhebt. 

 

Links im Bild ist viel Raum - nach dort wohin sein Blick geht. Auch das ist wichtig bei Portraits: Dorthin, wo das Model schaut, braucht es Raum, etwas Weite. 

 

 

 

 

Das war nun der zweite und letzte Teil mit dem Reiher als Model.

 

Ist diese Art der Bildbesprechung für euch interessant oder hilfreich? 

Schreibt mir gerne eure Meinung und auch wenn ihr Fragen habt.

 

 

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